Kritische Lücke in vielen Schweizer Synology-Systemen

26. März 2026

In älteren Versionen des Synology-OS DSM klafft eine kritische Sicherheitslücke. Mit mehr als 22’000 Systemen ist die Schweiz eine Synology-Hochburg. Und in einzelnen Gemeinden sind gerade einmal gut 1 Prozent der Geräte sicher.

In vielen Geräten des NAS-Spezialisten Synology klafft derzeit eine grosse Sicherheitslücke. Die Schwachstelle CVE-2026-32746 hat einen CVSS-Wert von 9,8 und gilt damit als hochkritisch. Von der Lücke betroffen sind alle Synology-Systeme, auf denen nicht die DSM-Versionen 7.3.2-86009, 7.2.2-72806 oder 7.2.1-69057 installiert sind. Der Cybersecurity-Spezialist Risikomonitor hat in diesem Kontext spezifisch die in der Schweiz öffentlich erreichbaren Synology-Geräte identifiziert und den Stand der aufdatierten Geräte dokumentiert.

Als erstes ist anzumerken, dass die Schweiz eine Synology-Hochburg ist. Hierzulande fand Risikomonitor 22’498 Geräte, die über das Internet erreichbar waren. Zum Vergleich: In Österreich wurden trotz der ungefähr gleich grossen Bevölkerung nur etwa halb so viele Synology-NAS aufgespürt (11’222).

Der Stand der Updates, den die Cybersecurity-Experten auf Schweizer Synology-Geräten vorfanden, ist beunruhigend: mehr als 60 Prozent aller gefundenen NAS laufen auf einer Betriebssystem-Version, die von der Sicherheitslücke betroffen ist.

Auch schlüsselt Risikomonitor die Verteilung der Geräte sowie deren Update-Status nach den zwölf Gemeinden mit den meisten Synology-NAS im Land auf und zeigt, welche Orte besonders Update-faul sind. In Zürich, wo mit grossem Abstand die meisten Synology-NAS zu finden waren, sind rund 43 Prozent der Geräte auf neuestem Stand. Besser aufgestellt sind Lausanne, Bern, Basel, Luzern, Winterthur und Chur, wo auf 45 bis knapp 50 Prozent der Geräte eine der neuen, sicheren OS-Versionen aufgespielt wurde.

Überraschend sind die beiden eher kleinen Gemeinden Uitikon und Oberwil in der Top-12-Liste mit den meisten Synology-Geräten zu finden. Und diese weisen laut der Untersuchung eine katastrophale Update-Quote auf: Während in Oberwil gerade einmal 1,73 Prozent der 867 NAS updated sind, sind in Uitikon nur 1,05 Prozent der 954 Netzwerkspeicher mit einem sicheren OS bestückt. Uitikon gehört damit sogar weltweit zu den Schlusslichtern.

Quelle: IT-Magazin Schweiz

Ähnliche Beiträge

  • Der Ausfall des “Schweizer” Webhosters Webland – eine Analyse

    23. Dezember 2025 Wie der Ausfall vom “Schweizer” Webhoster Webland manche Firmen an den Rand ihrer Existenz brachte Auch meine Frau und ich wurden Opfer des wochenlangen Totalausfalls vom Schweizer Webhoster Webland. Einschlägige Berichte dazu gab es zahlreiche und sogar ‘Radio SRF’ widmete dem Crash einen eigenen Beitrag mit dem Titel “Viele Schweizer KMU tagelang per Mail nicht erreichbar”. Glücklicherweise nutze ich den DNS-Dienst von…

  • Windows 11 25H2 für alle verfügbar

    11. Dezember 2025 Microsoft macht die Version 25H2 jetzt für alle Windows 11-Benutzer installierbar Microsoft gestattet es jetzt allen Anwendern, das jüngste Feature Update für Windows mit der Kennung 25H2 zu installieren, so ein Bericht von “Neowin”. Einzige Bedingung ist, dass die Rechner die Mindestanforderungen erfüllen. Dazu wurde damit begonnen, das Update auch auf Windows 11 23H2 zu installieren, wie Microsoft bereits vor einigen Wochen angekündigt hat. Das Feature…

  • «ClickFix» – Wenn eine Fehlerbehebung oder Verifikation eine Malware installiert

    27. Februar 2026 Meldungen zu Anrufen im Namen angeblicher Behörden gehören seit Monaten zu den am meisten an das BACS gemeldeten Fällen. Besonders häufig geben sich die Täter dabei als Mitarbeitende von Polizeibehörden aus. Aktuell zeigt das Phänomen eine Weiterentwicklung: Betrüger geben sich auch als Mitarbeitende des BACS aus. Aktuell beobachtet das BACS eine Zunahme von Meldungen zu der Infektionsmethode «ClickFix». Dabei werden Nutzerinnen und…

  • Deutsche Bahn gehackt – Server liegen bei Amazon AWS!

    19. Februar 2026 Einen Tag lang ist es Hackern gelungen, den DB Navigator und bahn.de lahmzulegen. Die geschäftskritischen Systeme liegen bei Amazon Web Services. Die Chefin des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat die aktuelle DDoS-Attacke auf die Deutsche Bahn als ungewöhnlich gross angelegt bezeichnet. Dem WDR sagte Claudia Plattner, es handele sich um Milliarden Anfragen pro Minute. Diese Art eines DDOS-Angriffs sei ganz klar “die grössere Kante,…

  • Neues Freeware-Tool erkennt betrügerische Befehle

    9. Februar 2026 Neues Tool blockiert Angriffe von Betrügern, die sich als sichere Befehle tarnen Ein neues Open-Source- und plattformübergreifendes Tool namens Tirith kann Homoglyphen-Angriffe in Befehlszeilenumgebungen erkennen, indem es die URLs in eingegebenen Befehlen analysiert und deren Ausführung stoppt. Das Tool ist auf GitHub und auch als npm-Paket verfügbar. Es funktioniert, indem es sich in die Shell des Benutzers (zsh, bash, fish, PowerShell) einklinkt…

  • Microsoft, SAP und Adobe patchen Systeme (März 2026)

    11. März 2026 Die 3 Software-Hersteller SAP, Adobe und Microsoft veröffentlichen massenhaft Patches für den März 2026. Einige Lücken gelten als hochkritisch. Jetzt patchen!  SAP-Patches Das Sicherheitsunternehmen SAP hat am Dienstag im Rahmen seines Sicherheitspatch-Tages im März 2026 15 neue Sicherheitshinweise veröffentlicht. Der wichtigste dieser Hinweise behebt kritische Sicherheitslücken in Quotation Management Insurance (FS-QUO) und NetWeaver Enterprise Portal Administration. SAP beschreibt den FS-QUO-Fehler, der unter…