Kontaktloses Bezahlen im digitalen Alltag via NFC

6. Februar 2026

Welche Daten werden übertragen und welche Vorteile hat NFC? Eine Einführung und Einschätzung der Nutzung sowie der Risiken vom BSI.

Kontaktloses Bezahlen via Near Field Communication (NFC) hält Einzug in unserem digitalen Alltag. Dabei kann sowohl eine Giro- oder Kreditkarte als auch ein Smartphone (oder andere mobile Endgeräte Smart Watches und Tablets) zum Übertragen der Bezahldaten dienen.

Um Bezahlvorgänge unkomplizierter, schneller und trotzdem sicher zu gestalten, gibt es die sogenannte Near Field Communication, kurz NFC. NFC funktioniert mit einer entsprechenden Girokarte (erkennbar am Wellen-Symbol) oder mit NFC-fähigen Smartphones (oder auch einiger Smart Watches sowie Tablets) samt installierter App. So können Sie ganz entspannt bezahlen, indem Sie ihr Smartphone oder die Karte nah ans Kassenterminal halten. Geringe Beträge funktionieren sogar ohne die Eingabe einer PIN.

Ob kontaktloses Bezahlen mit einer Karte oder einem mobilen Endgerät sicherer ist und wie genau der Bezahlvorgang funktioniert, haben wir für Sie im Folgenden zusammengestellt.

Einsatzgebiete von Near Field Communication (NFC)

NFC ist ähnlich wie WLAN und Bluetooth ein sehr häufig eingesetzter Funkstandard in unserem digitalen Alltag. Die Einsatzgebiete sind vielfältig: Das kontaktlose Bezahlen via NFC-fähigem Endgerät stellt dabei wohl das prominenteste Anwendungsfeld dar. Funktionen der Online-Ausweisfunktion über die AusweisApp oder “schlüssellose” Zugangssysteme bei Autos oder Gebäuden werden mittlerweile ebenfalls recht häufig eingesetzt.

Ausserdem können sogenannte NFC-Sticker oder -token gekauft, auf entsprechende Befehle programmiert und an Gegenständen angebracht werden. Zum Beispiel platziert man einen NFC-Sticker am Wohnzimmertisch, der den Befehl hat, alle NFC-Geräte, die an diesen Sticker gehalten werden, in den Gastzugang des WLAN-Netzwerks aufzunehmen. So vermeiden Sie, dass Sie jedes Mal das Passwort an Ihre Gäste herausgeben müssen.

Die Einsatzgebiete von Near Field Communincation:

Infografik: Einsatzgebiete NFC
Quelle: Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Wie sicher ist die Near Field Communication (NFC)?

Es ist schnell und bequem, doch wie sicher ist kontaktloses Bezahlen wirklich? Durch die Near Field Communication ist es möglich, auf sehr kurze Distanz kleine Datenmengen zu übertragen. Dazu zählen Zugangs-, Bezahldaten oder Datenpakete, die beispielsweise Passwörter oder andere Codes enthalten. Bei der Kommunikation mittels NFC darf die Distanz zwischen Sender und Empfänger – in unserem Fall Smartphone bzw. Bankkarte und Bezahlterminal – maximal zehn Zentimeter betragen.

Beim Bezahlvorgang wird ein sogenannter Token samt kryptografischer Verschlüsselung übertragen. Dieser Datensatz ist nur für diesen einen Bezahlvorgang gültig. Es ist ein mehrstelliger Code, der sozusagen die verschlüsselte Version der Konto- und Bezahldaten des Käufers ist. Die Zahlungsdaten sind für das entsprechende Zahlungsnetzwerk (z.B. Visa oder Mastercard) sowie für die entsprechende Bank einsehbar.

Ist kontaktloses Bezahlen ein Risiko?

Auch wenn das Bezahlen sehr sicher und das Abgreifen von sensiblen Zahlungsdaten fast unmöglich erscheint, ist es theoretisch möglich, dass Angreifer diese Daten abschöpfen. Doch dazu müssten Betrüger zum Zeitpunkt der Transaktion räumlich sehr nah an ihr Opfer heran. Ausserdem blockieren sich mehrere NFC-fähige Karten, die sich im Portemonnaie befinden, häufig gegenseitig (z.B. der neue Personalausweis oder eine Kreditkarte). Karten “im Vorbeigehen” abzugreifen ist also unwahrscheinlich.


Quelle: BSI

Ähnliche Beiträge

  • KI-Kosten zu hoch?

    04. Dezember 2025 IBM-Chef hält aktuellen KI-Bauwahn für nicht tragbar Das Wettrüsten zwischen Hyperscalern verschlingt Billionen US-Dollar. IBM-CEO Arvind Krishna hinterfragt, wie wirtschaftlich das ist. Die Ausgaben für KI-Rechenzentren stehen in keinem Verhältnis zum erwarteten Profit, resümiert IBM-Chef Arvind Krishna in einem Podcast von The Verge. Sogenannte Hyperscaler wie Amazon, Google, Meta, Microsoft, OpenAI und xAI übertreffen sich regelmässig gegenseitig bei ihren Ankündigungen, wie viel Rechenkapazität…

  • React.js-Lücke wird aktiv ausgenutzt

    09. Dezember 2025 Eine Sicherheitslücke in der Javascript-Bibliothek react.js wird aktiv von China ausgenutzt Just days after the disclosure of the React2Shell critical vulnerability, tracked as CVE-2025-55182, threat actors are actively exploiting the flaw in react.js in the wild. The vulnerability carries a CVSS v3.1 score of 10, the highest possible severity rating. Amazon Web Services (AWS) has confirmed that threat groups including Earth Lamia and Jackpot Panda,…

  • Entwurf für Wi-Fi-Standard v8 steht

    8. Januar 2026 Einige von uns dürften noch mit WLAN 5, einige wenige mit WLAN 6, und einige ausgewählte schon mit WLAN 7 arbeiten. Doch der nächste Entwurf für WIFI steht schon in den Startlöchern, auch wenn doch noch einige Zeit dahin vergehen wird. Der nächste WLAN-Standard Wi-Fi 8 wirft seine Schatten voraus: Auf der CES sind bereits erste Router-Prototypen zu sehen, deren Chips den…

  • Was ist Zero Trust-Sicherheit

    04. Dezember 2025 Was ist Zero-Trust? Das ist eine Technologie, die in immer mehr Unternehmungen jeder Grössenordnung eingeführt wird. Was steckt hinter diesem Ansatz für mehr IT-Sicherheit? Nur viel Wind um nichts? Nein, ganz sicher nicht! Zero-Trust-Sicherheit ist ein IT-Sicherheitsmodell mit einer strikten Identitätsprüfung für alle Personen und Geräte, die auf Ressourcen in einem privaten Netzwerk zugreifen möchten. Dabei kommt es nicht darauf an, ob…

  • Wieder gefährliche Android-Lücke aufgetaucht – jetzt patchen!

    17. März 2026 Android-Smartphones diverser Hersteller weisen eine heikle Schwachstelle auf. Wer ein Gerät mit einem MediaTek-Chip besitzt, sollte umgehend updaten, um sich vor Angriffen zu schützen. Dieser Chipsatz war bereits des öfteren wegen Schwachstellen in den Schlagzeilen. Millionen Android-Smartphones laufen in diesem Moment Gefahr, von Angreifern gehackt zu werden. Das berichtet Android Authority und beruft sich dabei auf einen Bericht der Sicherheitsforscher der Firma Donjon. Für…

  • Alte Schwachstelle in Fortinet-Firewalls wird aktiv angegriffen

    Update: 14. Januar 2026: Fortinet verteilt aktualisierte Software, um teils kritische Sicherheitslücken unter anderem in FortiSIEM und FortiFone zu schliessen. IT-Verantwortliche sollten sie rasch installieren, da Schwachstellen in Fortinet-Produkten häufig im Visier von Cyberkriminellen stehen. In FortiSIEM können Angreifer aus dem Netz über gezielt präparierte TCP-Anfragen beliebige Befehle und Code einschleusen (CVE-2025-64155, CVSS 9.4, Risiko „kritisch“). Grund ist eine unzureichende Filterung von Elementen, die in Betriebssystembefehlen…